Andreas
5th August 2003, 11:34
Kann mir jemand zu folgendem Problem einen Tip geben:
Endpodukt ist Artikel 1. Dieser wird in einer Menge von z.B. 10000 hergestellt. Dieser Artikel 1 benötigt unabhängig von der gefertigten Menge genau 1 mal den Artikel 2.
Laut Baan definiert man in der Stückliste von Artikel 1 den Artikel 2 mit Nettomenge 0 und Ausschussmenge 1. Ist der artikel 2 allerdings als fiktiver Artikel angelegt, so lässt sich kein Produktionsauftrag für Artikel 1 anlegen da die Nettomenge 0 nicht zulässig ist.
Bekomme ich das irgendwie geregelt ohne das ich zwei Produktionsaufträge anlegen muß?

Gruß
Andreas

Martin Jung
6th August 2003, 12:07
Hallo Andreas,

wo ist das Problem genau?
Geht es um eine genaue Ermittlung des Bedarfes für Artikel 2 und/oder seiner Komponenten?
Hat Artikel 2 überhaupt Komponenten?
Ist Artikel 2 notwendigerweise fiktiv?

Sind beide Artikel Fertigungsartikel, sind früher oder später so oder so zwei Produktionsaufträge erforderlich..

Gruss

Martin

Andreas
7th August 2003, 09:49
Hallo Martin,

ja beide Artikel sind Fertigungsteile mit Komponenten und es geht um die Bedarfsermittlung für Artikel 2.
Dieser ist nicht gezwungenermaßen fiktiv, was aber dann zu 2 Prod.aufträgen führt. Genau das möchte ich aber vermeiden.
Durch das fiktiv machen werden ja normalerweise die Bedarfe und Arbeitsgänge auf die Ebene des Artikel 1 'hochgezogen'.
Das funktioniert aber eben nicht bei einem Nettobedarf von 0 für Artikel 2 in der Stüli von Artikel 1.

Zur Erläuterung:
Wir benutzen Baan in unserer Druckerei. Artikel 2 ist quasi die Vorstufe bis hin zur Druckvorlage, während Artikel 1 das gedruckte Endprodukt darstellt.

Rein logisch könnte man die Vorstufe (bzw. die daraus entstehenden Druckplatten) auch als ein selbst gefertigtes Werkzeug betrachten, allerdings wollten wir nicht das trp nutzen.

Gruß
Andreas

Martin Jung
11th August 2003, 08:54
Hallo Andreas,

so ganz verstanden habe ich die Problematik noch nicht. Ich glaube auch nicht, daß sich das Problem in der Stückliste lösen läßt, es sei denn Ihr könnt mit der Stücklisteneinheit arbeiten. Also eine Stückliste für z.B. 100000 Stück (=Druckauflage = Bestellmengenfaktor?) erstellen und ein mal den Artikel 2 in die Stückliste einbauen. Das wäre stücklistenmäßig gesehen die sauberste Lösung.
Nur was passiert wenn ein "unveränderter Nachdruck" bestellt wird? Dann ist die Vorstufe ja nicht erforderlich - oder?

Wir lösen das Problem (von Kundenseite aus gesehen) mit der Bestellung eines zusätzlichen (Kosten-)Artikels im Einkauf. Gleiches läßt sich natürlich auch im Verkauf realisieren.

Gruß

Martin

Andreas
11th August 2003, 12:50
Hallo Martin,

kommst Du aus dem Druckbereich?
Bei uns verhält es sich folgendermaßen:
Bei Akzidenzen im Kundenauftrag haben wir das oben beschriebene Problem in der Form nicht, da wir dort mittels Konfigurator nur ein Stück 'Druckprodukt' herstellen.
Hier ist die Auflage nur der Optionswert eines Merkmals.

Wir drucken aber auch 'in Serienfertigung', in unserem Fall Landkarten.
Hier wird pro Karte eine bestimmte Auflage gedruckt, an Lager gelegt und von dort abverkauft. Den unveränderten Nachdruck gibt es in dieser Form so gut wie gar nicht, da bei einer neuen Auflage die Inhalte i.d.R. überarbeitet werden.

Intention war eigentlich, das man nicht mehrere Produktionaufträge für die/den Herstellung/Druck anlegen muß.
Unsere Druckereileute waren es bisher (vor Baan-Zeit) gewohnt,
alles unter einem Auftrag abzuarbeiten und haben Probleme sich daran zu gewöhnen mit mehreren Aufträgen zu arbeiten.
Desweiteren ist die Kostenverfolgung (Nachkalkulation) dann nicht mehr ganz so einfach.
Aber so wie es aussieht wird uns wohl nichts anderes übrigbleiben.
By the way,
weißt du ob es jemanden gibt der eine Software mit Baan integriert hat, die es erlaubt Ausschiessschematas zu erstellen?

Gruß
Andreas

Martin Jung
11th August 2003, 13:02
Hallo Andreas,

nein, ich komme nicht aus dem Druckbereich. Allerdings kaufen wir häufig gedruckte Produkte ein (Prospekte etc.). Aus diesem Grund ist mir die Problematik nicht ganz unvertraut. Mit dem Produktkonfigurator habe ich allerdings überhaupt keine Erfahrung. Wir sind reiner Serienfertiger von Standardartikeln :) .

Noch ein letzter Vorschlag: wenn das Erstellen der Vorstufe integraler Bestandteil des Herstellungsprozesses ist, kann dies doch als erster von zwei Arbeitsgängen abgebildet werden - zumindest für die Landkarten. Dort dürfte es auch von der Stückliste keine Probleme geben.

Deine letzte Frage muß ich leider verneinen :( tut mir leid.

Gruß

Martin

Andreas
14th August 2003, 15:44
Hallo Martin,
vielen Dank für deine Antwort.
Du hast natürlich recht.
Aber ein grosses Problem (für unsere User) besteht in folgendem:

Nimm an ich möchte 10000 Karten drucken. Die Vorstufe benötige ich nur ein mal. wenn ich die Vorstufenarbeitsgänge in den Arbeitsplan der Karten mit aufnehme, dann habe ich (Baan-Logik) als geplante input- und geplante Outputmengen auf den einzelnen Arbeitsgängen jeweils 10000 stehen.
So weit so gut. Wird der AG Vorstufe nun fertiggemeldet, meldet man sinnvollerweise die Menge 10000.
Weren nun im Druck (was üblich ist) z.B. 10200 Karten gedruckt, so lassen sich diese Mengen nicht melden, da ich nicht mehr 'herausbekommen' kann als ich 'hineingesteckt' habe.
Folglich bleibt nichts anderes übrig als die AG-Stati zurückzusetzen, und andere Mengen (sind erst nach Druck bekannt) zu melden.

Die Fertigmeldung der Vorstufe zu verschieben möchten unsere Anwender aber nicht, da zwischen Vorstufe und Druck u. U. eine längere Zeit liegt und sie die AG-Statis quasi als Auftragszustandsverfolgung nutzen.

Ich hoffe ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.
Nochmals vielen Dank,
Gruß Andreas

Martin Jung
14th August 2003, 18:43
Hallo Andreas,

besten Dank für die Aufklärung. Jetzt habe ich das Problem verstanden. Allerdings habe ich da keine Lösung parat und ich glaube auch nicht, das der Baan Standard (soweit ich ihn kenne) das hergibt.
Da bräuchte man "Produktionseinheiten" auf AG-Ebene mit den entprechenden Umrechnungsfaktoren zur Vorratseinheit des Artikels (ähnlich den EK- oder VK-Einheiten). Und dann ist das Problem der "Überlieferung" im zweiten AG immer noch nicht gelöst. Dafür wird man (nach Baan-Logik) immer zwei Produktionsaufträge benötigen :(

Gruß

Martin

DFisch
21st August 2003, 20:13
Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es um folgende Struktur:
Art1 (FT)
|
Art2 (FT, fiktiv)
|
Art3 (EK)

wenn Art 2 fiktiv in der STL von Art1 mit der Menge 1 und Ausschußfaktor = 100% steht und Art3 in der STL von Art2 mit der Nettomenge 0 und der fixen Ausschußmenge 1 steht, wird im Produktionsauftrag für Art1 die fiktive STL und APL aufgelöst und es steht in der Mat.-VK die vorkalk. Menge an Art3 = 1.

War das Dein Anliegen?
viele Grüße
Dirk

Andreas
25th August 2003, 15:49
Art1 (FT)
|
Art2 (FT, fiktiv)
|
Art3 (EK)

Ich benötige genau 1 mal Art2 als Ausschuss unabhängig von der gefertigten Menge Art1, das ganze aber in einem Produktionsauftrag. Bei Nettomenge 0 und Ausschussmenge 1 von Art2 in Stüli von Art1 lässt sich aber kein Prodauftrag erfassen.