Kai's Forum Users
1st June 2001, 01:00
Was stört Euch denn an den Buchungssätzen - die Anzahl oder die Tatsache das überhaupt gebucht werden muß? Letzteres läßt sich ja über die retrograde Entnahme sehr gut automatisieren.Martin
Kai's Forum Users
1st June 2001, 01:00
Hallo zusammen,
wir suchen eine Möglichkeit unsere "C-Artikel" (pers. Def. Kosten < 1,-DM pro Stück), wie Schrauben U-Scheiben u. sonstige DIN-Teile nach Auslösen der Baugruppe nicht in die Materialvorkalkulation laufen zu lassen. Nach dem Motto "Kleinvieh macht nur Mist" wollen wir keine Buchungssätze für diese Artikel haben. Statt dessen wollen wir die Disposition dem Lieferanten überlassen und in BaaN mit Vorratskorrekturen arbeiten. Leider können wir aus diesen Artikeln keine Kostenartikel machen, da sie in der Stückliste stehen bleiben sollen.
Hat schon mal jemand so etwas gemacht ?
Gruß, Peter
Kai's Forum Users
2nd June 2001, 01:00
>Was stört Euch denn an den Buchungssätzen - die Anzahl oder die Tatsache das überhaupt gebucht werden muß? Letzteres läßt sich ja über die retrograde Entnahme sehr gut automatisieren.
>Martin
Hallo Martin,
leider stehen in den Stücklisten oft Artikel, die gar nicht Bestandsmäßig vorhanden sind, daher wird retrograd ins "Nichts" gebucht. Die Baugruppen werden mit einem alternativen DIN-Teil (andere Schraube) fertig gestellt und fertig gemeldet. BaaN wartet nun darauf, daß der Bestand der in der Stüli stand auch kommt. Vorher wird nicht retrograd gebucht, der Produktionsauftrag und das Projekt für den er ist nicht abgeschlossen. Im Sondermaschinenbau hat man natürlich keine Lust die Stülis nachzupflegen oder umzuschreiben wenn sich mal ein Schräubchen ändert. Daher die ganze Aktion.
Gruß, Peter
Kai's Forum Users
19th June 2001, 01:00
Die Lösung kann über "fiktive" Bestände im Standard abgewickelt werden, was nicht ganz ungefährlich ist. Es folgen nun Erklärungen eines Logistikers, bei denen sich die Haare eines "Erbsenzählers" sträuben werden.
1. Fall: Der Lieferant füllt die Schraubenkisten in der Produktion selber auf und stellt am Monatsende eine Sammelrechnung
Es werden ein oder mehrere nicht disponible Läger als "fiktive" Konsi-Läger definiert. Für diese Läger wird die Integration so eingestellt, dass Vorratskorrekturen in Finance keine Auswirkungen haben. Dies geschieht durch eine "Luftbuchung", in der sich die sich die Buchungen ausgleichen. Danach können diese Läger mit bequem hohen Beständen bebucht werden. Für die Produktionsentnahme muss die Integration sinngemäß "Konsi-Bestand an Arbeit-in-Umlauf" heißen. Beim Erhalt der Sammelrechnung wird dann ein Kostenartikel bestellt, der wiederum beim Wareneingang das Sachkonto "Konsi-Bestand" bebucht. Von Zeit zu Zeit wird durch eine Sachkontenbuchung eine "finanzielle Inventur" durchgeführt. Diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass der "fiktive" Lagerbestand immer rausgerechnet werden muss. (Lagerbestände, Bestandsbewertung etc.)
2. Fall: Die Schraubenkisten in der Produktion werden von einem Hauptlager über Pendelkarten aufgefüllt (Kanban).
Es werden ein oder mehrere nicht disponible Läger als "fiktive" Läger definiert. Für diese Läger wird die Integration so eingestellt, dass Vorratskorrekturen in Finance keine Auswirkungen haben. Dies geschieht durch eine "Luftbuchung", in der sich die sich die Buchungen ausgleichen. Danach können diese Läger mit bequem hohen Beständen bebucht werden. Für die Produktionsentnahme muss die Integration sinngemäß "Kanban-Bestand an Arbeit-in-Umlauf" heißen. Beim Umlagern der Schraubenkiste vom Hauptlager zum Produktionslager muss die Integration sinngemäß "Echter Bestand an Kanban-Bestand" heißen. Von Zeit zu Zeit wird durch eine Sachkontenbuchung eine "finanzielle Inventur" vom Konto "Kanban-Bestand" durchgeführt und von Zeit zu Zeit werden in der Logistik die Bestände korrigiert, da in der Stückliste immer noch die M5-Schraube steht und nicht die tatsächlich verbaute M6-Schraube. Diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass der "fiktive" Lagerbestand immer rausgerechnet werden muss. (Lagerbestände, Bestandsbewertung etc.)
Ich habe selber bei einer Einführung mitgearbeitet, bei der diese Buchungen allerdings auf Projekte liefen. Der zweite Fall sah dann so aus, dass die Umbuchung von Hauptlager auf Produktionslager als Produktionsentnahme für ein Projekt abgebildet wurde. Die Vorgehensweise wird von einem Buchhalter nicht gerne gesehen, sie ist aber von den Wirtschaftsprüfern abgesegnet worden.
Vielleicht kann ja ein Finance-Experte erklären, wie die Integration aussehen muss.
Im Gegensatz zu deiner eventuell angedachten Lösung, bei der mit einer Zusatzprogrammierung alle Artikel mit einer Kennung aus der Vorkalkulation gekickt würden, stimmen hierbei die Verbräuche und die Nachkalkulation.>Hallo zusammen,
>wir suchen eine Möglichkeit unsere "C-Artikel" (pers. Def. Kosten < 1,-DM pro Stück), wie Schrauben U-Scheiben u. sonstige DIN-Teile nach Auslösen der Baugruppe nicht in die Materialvorkalkulation laufen zu lassen. Nach dem Motto "Kleinvieh macht nur Mist" wollen wir keine Buchungssätze für diese Artikel haben. Statt dessen wollen wir die Disposition dem Lieferanten überlassen und in BaaN mit Vorratskorrekturen arbeiten. Leider können wir aus diesen Artikeln keine Kostenartikel machen, da sie in der Stückliste stehen bleiben sollen.
>Hat schon mal jemand so etwas gemacht ?
>Gruß, Peter
Kai's Forum Users
20th June 2001, 01:00
>Die Lösung kann über "fiktive" Bestände im Standard abgewickelt werden, was nicht ganz ungefährlich ist. Es folgen nun Erklärungen eines Logistikers, bei denen sich die Haare eines "Erbsenzählers" sträuben werden.
>1. Fall: Der Lieferant füllt die Schraubenkisten in der Produktion selber auf und stellt am Monatsende eine Sammelrechnung
>Es werden ein oder mehrere nicht disponible Läger als "fiktive" Konsi-Läger definiert. Für diese Läger wird die Integration so eingestellt, dass Vorratskorrekturen in Finance keine Auswirkungen haben. Dies geschieht durch eine "Luftbuchung", in der sich die sich die Buchungen ausgleichen. Danach können diese Läger mit bequem hohen Beständen bebucht werden. Für die Produktionsentnahme muss die Integration sinngemäß "Konsi-Bestand an Arbeit-in-Umlauf" heißen. Beim Erhalt der Sammelrechnung wird dann ein Kostenartikel bestellt, der wiederum beim Wareneingang das Sachkonto "Konsi-Bestand" bebucht. Von Zeit zu Zeit wird durch eine Sachkontenbuchung eine "finanzielle Inventur" durchgeführt. Diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass der "fiktive" Lagerbestand immer rausgerechnet werden muss. (Lagerbestände, Bestandsbewertung etc.)
>2. Fall: Die Schraubenkisten in der Produktion werden von einem Hauptlager über Pendelkarten aufgefüllt (Kanban).
>Es werden ein oder mehrere nicht disponible Läger als "fiktive" Läger definiert. Für diese Läger wird die Integration so eingestellt, dass Vorratskorrekturen in Finance keine Auswirkungen haben. Dies geschieht durch eine "Luftbuchung", in der sich die sich die Buchungen ausgleichen. Danach können diese Läger mit bequem hohen Beständen bebucht werden. Für die Produktionsentnahme muss die Integration sinngemäß "Kanban-Bestand an Arbeit-in-Umlauf" heißen. Beim Umlagern der Schraubenkiste vom Hauptlager zum Produktionslager muss die Integration sinngemäß "Echter Bestand an Kanban-Bestand" heißen. Von Zeit zu Zeit wird durch eine Sachkontenbuchung eine "finanzielle Inventur" vom Konto "Kanban-Bestand" durchgeführt und von Zeit zu Zeit werden in der Logistik die Bestände korrigiert, da in der Stückliste immer noch die M5-Schraube steht und nicht die tatsächlich verbaute M6-Schraube. Diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass der "fiktive" Lagerbestand immer rausgerechnet werden muss. (Lagerbestände, Bestandsbewertung etc.)
>Ich habe selber bei einer Einführung mitgearbeitet, bei der diese Buchungen allerdings auf Projekte liefen. Der zweite Fall sah dann so aus, dass die Umbuchung von Hauptlager auf Produktionslager als Produktionsentnahme für ein Projekt abgebildet wurde. Die Vorgehensweise wird von einem Buchhalter nicht gerne gesehen, sie ist aber von den Wirtschaftsprüfern abgesegnet worden.
>Vielleicht kann ja ein Finance-Experte erklären, wie die Integration aussehen muss.
>
>Im Gegensatz zu deiner eventuell angedachten Lösung, bei der mit einer Zusatzprogrammierung alle Artikel mit einer Kennung aus der Vorkalkulation gekickt würden, stimmen hierbei die Verbräuche und die Nachkalkulation.
>>Hallo zusammen,
>>wir suchen eine Möglichkeit unsere "C-Artikel" (pers. Def. Kosten < 1,-DM pro Stück), wie Schrauben U-Scheiben u. sonstige DIN-Teile nach Auslösen der Baugruppe nicht in die Materialvorkalkulation laufen zu lassen. Nach dem Motto "Kleinvieh macht nur Mist" wollen wir keine Buchungssätze für diese Artikel haben. Statt dessen wollen wir die Disposition dem Lieferanten überlassen und in BaaN mit Vorratskorrekturen arbeiten. Leider können wir aus diesen Artikeln keine Kostenartikel machen, da sie in der Stückliste stehen bleiben sollen.
>>Hat schon mal jemand so etwas gemacht ?
>>Gruß, Peter
Kai's Forum Users
20th June 2001, 01:00
>Die Lösung kann über "fiktive" Bestände im Standard abgewickelt werden, was nicht ganz ungefährlich ist. Es folgen nun Erklärungen eines Logistikers, bei denen sich die Haare eines "Erbsenzählers" sträuben werden.
>1. Fall: Der Lieferant füllt die Schraubenkisten in der Produktion selber auf und stellt am Monatsende eine Sammelrechnung
>Es werden ein oder mehrere nicht disponible Läger als "fiktive" Konsi-Läger definiert. Für diese Läger wird die Integration so eingestellt, dass Vorratskorrekturen in Finance keine Auswirkungen haben. Dies geschieht durch eine "Luftbuchung", in der sich die sich die Buchungen ausgleichen. Danach können diese Läger mit bequem hohen Beständen bebucht werden. Für die Produktionsentnahme muss die Integration sinngemäß "Konsi-Bestand an Arbeit-in-Umlauf" heißen. Beim Erhalt der Sammelrechnung wird dann ein Kostenartikel bestellt, der wiederum beim Wareneingang das Sachkonto "Konsi-Bestand" bebucht. Von Zeit zu Zeit wird durch eine Sachkontenbuchung eine "finanzielle Inventur" durchgeführt. Diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass der "fiktive" Lagerbestand immer rausgerechnet werden muss. (Lagerbestände, Bestandsbewertung etc.)
>2. Fall: Die Schraubenkisten in der Produktion werden von einem Hauptlager über Pendelkarten aufgefüllt (Kanban).
>Es werden ein oder mehrere nicht disponible Läger als "fiktive" Läger definiert. Für diese Läger wird die Integration so eingestellt, dass Vorratskorrekturen in Finance keine Auswirkungen haben. Dies geschieht durch eine "Luftbuchung", in der sich die sich die Buchungen ausgleichen. Danach können diese Läger mit bequem hohen Beständen bebucht werden. Für die Produktionsentnahme muss die Integration sinngemäß "Kanban-Bestand an Arbeit-in-Umlauf" heißen. Beim Umlagern der Schraubenkiste vom Hauptlager zum Produktionslager muss die Integration sinngemäß "Echter Bestand an Kanban-Bestand" heißen. Von Zeit zu Zeit wird durch eine Sachkontenbuchung eine "finanzielle Inventur" vom Konto "Kanban-Bestand" durchgeführt und von Zeit zu Zeit werden in der Logistik die Bestände korrigiert, da in der Stückliste immer noch die M5-Schraube steht und nicht die tatsächlich verbaute M6-Schraube. Diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass der "fiktive" Lagerbestand immer rausgerechnet werden muss. (Lagerbestände, Bestandsbewertung etc.)
>Ich habe selber bei einer Einführung mitgearbeitet, bei der diese Buchungen allerdings auf Projekte liefen. Der zweite Fall sah dann so aus, dass die Umbuchung von Hauptlager auf Produktionslager als Produktionsentnahme für ein Projekt abgebildet wurde. Die Vorgehensweise wird von einem Buchhalter nicht gerne gesehen, sie ist aber von den Wirtschaftsprüfern abgesegnet worden.
>Vielleicht kann ja ein Finance-Experte erklären, wie die Integration aussehen muss.
>
>Im Gegensatz zu deiner eventuell angedachten Lösung, bei der mit einer Zusatzprogrammierung alle Artikel mit einer Kennung aus der Vorkalkulation gekickt würden, stimmen hierbei die Verbräuche und die Nachkalkulation.
>>Hallo zusammen,
>>wir suchen eine Möglichkeit unsere "C-Artikel" (pers. Def. Kosten < 1,-DM pro Stück), wie Schrauben U-Scheiben u. sonstige DIN-Teile nach Auslösen der Baugruppe nicht in die Materialvorkalkulation laufen zu lassen. Nach dem Motto "Kleinvieh macht nur Mist" wollen wir keine Buchungssätze für diese Artikel haben. Statt dessen wollen wir die Disposition dem Lieferanten überlassen und in BaaN mit Vorratskorrekturen arbeiten. Leider können wir aus diesen Artikeln keine Kostenartikel machen, da sie in der Stückliste stehen bleiben sollen.
>>Hat schon mal jemand so etwas gemacht ?
>>Gruß, PeterHallo Jan,
vielen Dank für die ausführliche Antwort. Punkt 1 Deiner Ausführung werden wir auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Wahrscheinlich werden wir jedoch die "Luftbuchung" an einer noch zu definierenden Artikelgruppe, anstelle des Lagers festmachen. Dann müssen wir nicht alle Stücklisten umschreiben.
Gruß, Peter (P.S. selbst die Erbsenzähler aus der Fibu fanden den Vorschlag gut)